Der heilige Kakao – eine schamanische Medizinpflanze erobert die Welt

Es war vor ungefähr 20 Jahren. Ich schlenderte der karbischen Küste im Dschungel von Quintana Roo, Mexiko entlang. Eine kleine provisorische Fruchtbar lud auf einen Drink ein. Mit mir war ein einziger Gast. Ein indigener Mann vom Stamme der Maya, zwinkerte vergnügt mit dem Augen und bat mich an seinem Tisch Platz zu nehmen. Da es nur diesen einzigen Tisch gab und der Mann sympathisch wirkte, folgte ich der Einladung.

Wie alle Mexikaner war er sehr neugierig.
„Hast du einen Beruf?“, war eh schon seine dritte Frage.
„Ja, ich bin schamanischen Lehrerin und Heilerin in Europa“ erwiderte ich.
„Linda, ich bin Kakaoschamane!“
„Kakaoschamane? Scherzt du mit mir?“
„Nein, komm mit in zwei Stunden beginnt eine Zeremonie.“

Stunden später – nach einer sehr bewegenden und eindrücklichen Zeremonie erzählte mir Don Gerardo dass die Maya Ältesten seines Stammclans beschlossen haben die „ceremonia del cacao sagrado“ für die Welt freizugeben. Die nächsten Wochen verbrachte ich mit ihm um über die „Pflanze der Götter“ wie sie bei den Mayas genannt wird zu lernen.

Für die Rückkehr in meine Welt wurde ich mit mehren Kilos Kakaopaste beehrt. Ich war wohl die erste die hier in Europa Kakaozeremonien durchführte. Damals noch belächelt – spricht die Welt heute nur noch von Kakao und Zeremonie. Wobei auch hier – wie bei allen schamanischen Zeremonien zu 95% es weder eine zeremonielle Kakaopaste noch eine traditionelle Zeremonie ist.

Warum jedoch wurde genau jetzt die Kakaozeremonie freigegeben? Die Mayas sind die HüterInnen der Zeit. Sie beobachten seit Tausenden von Jahren den Sternenhimmel und stellten fest, dass sich nicht nur die Erde um die Sonne kreist sondern auch unser Sonnensystem. Welches in einem Seitenarm der Galaxie liegt die sich wiederum die kreisende Galaxi umkreist. Wie ein Uhrwerk in dem die Räder ineinander und miteinander kreisen.

Inmitten all dieser Kreise gibt es einen Fixpunkt. Die Sonne der Pleyaden.

Um die ursprüngliche Ausgangsposition wieder zu erreichen benötigt die Erde ca. 52.000 Jahre. Immer dann finden ein sehr hoher Entwicklungssprung auf der Erde statt - inder viel Veränderung geschieht.

Wir befinden uns im Kern einer solchen Veränderung. Nicht nur die Mayas, auch andere alten Prophezeiungen sprechen vom jetzigen Wandel. Die Menschen dieser Zeit haben alle eines gemeinsam – ein verletztes Herz, tiefe Wunden in der Seele. Teilweise durch eigene Erlebnisse. Teilweise sind es auch die Erfahrungen von denen, die vor uns waren, unsere Ahnen und Ahninnen. Da wir dessen Erbe tragen wirken auch deren Wunden wie Gaben sich auf unser Leben aus.

Die Kakaobohne ist die Heilerin der Herzen. Im Besonderen wirkt sie auf den Emotionskörper. Sie ist eine Medizinpflanze. Ihr Wesen ist weiblich. Manche bezeichnen sie als das „superfood“ dieser Welt. In ihr sind alle wesentlichen Vitamine, Mineralstoffe, Eiweissmoleküle und noch vieles mehr enthalten - die unsere Körperzellen benötigen. Don Gerardo meint, dass der Mensch sich alleine mit Kakao ernähren könnte.

Wann die Kakaobohne ihren Weg nach Europa antrat lässt sich nicht genau bestimmen. Die Eroberer Amerikas hörten von einer Pflanze die ewig jung hält. Diese war damals kostbarer als Geld und die Azteken nutzten sie auch als eine Art sehr ertvollen Zahlungsmittel. Ein Rückkehrer der Einwanderungsbewegung in das heutige Amerika brachte den Kakao an den spanischen Königshof. Lange war das bittere Getränk nur den Adligen vorbehalten.

Bis dann im 18. Jahrhundert die Schokolade von den Schweizern erfunden wurde. Diese trat einen Siegeszug um die ganze Welt an. „Schokolade macht glücklich“ – ist eine Aussage die wir alle kennen. Unendlich viele Anandine – Glücksbotenstoffe lässt der Kakao im Körper entstehen. Auch wenn in der verarbeiteten Schokolade viel von der ursprünglichen Medizinwirkung verloren geht.

Körperliche Ebene
Die Kakaobohne wirkt entgiftend. Sie wird für Leber- und Nierenreinigungen eingesetzt. Umweltgifte, Toxine die wir über die Nahrung aufnehmen sowie für die menschliche Zelle schädigenden Bakterien und Viren werden vom Kakao ausgeleitet. Gleichzeitig wird der Kreislauf angeregt. Dadurch erhöht sich der Blutdruck. Dies unterstützt in der Ausleitung der schädlichen Stoffen in der Zelle. Da Kakao eine ausleitende Wirkung besitzt wird die Medizin auch gerne in der Geburtshilfe gegeben. Schwangere Frauen sollten kein starkes Kakaogetränk zu sich nehmen, da es Wehen einleiten kann.

Emotionale Ebene
Subtil und sanft wirkt die Essenz der Pflanze im Besonderen auf die Seele, die Herzebene und all den damit verbundenen Emotionen. Sie ist die Heilerin, Trösterin, Hüterin des Herzens. Ihr besonderes Talent ist es, dass das, was gesehen und erlöst werden möchte sanft an die Oberfläche des Bewusst - Seins kommt um dann dessen zerstörerische, destruktive Kraft in positive Ausrichtungen zu transformieren. In einer traditionellen schamanischen Kakaozeremonie wird immer dieser Focus sein.

Mentale Ebene
Der Gedankenkörper eines jeden einzelnen besitzt eine eigene Intelligenz, eine eigene Präsenz die unentwegt wirkt. Es denkt sich selbst. Die Kakaobohne lehrt uns auf den Gedankenkörper positiv Einfluss zu nehmen so dass er uns nicht mehr beherrscht. So können wir jeden Tag das Feuer unseres Geistes neu brauen und auf das schöpferische, gute ausrichten.

Spirituelle Ebene
Als Pflanze der Götter ist die Kakaobohne mit den Kräften der Schönheit verbunden. Sie wird auch als Deva bezeichnet. Sie liebt es, uns die Welten der guten schöpferischen Spirits zu zeigen und uns mit ihnen zu verbinden. Wir sind auf diese Erde als spirituelle Wesen gekommen um eine menschliche Erfahrung erleben zu dürfen. Jeder einzelne von uns ist eine einzigartige Manifestation des Göttlichen. Wir sind ein Teil dieser Kraft. Die Wirklichkeiten erschaffen wir mit. Mit unseren Gedanken, mit unseren Emotionen. Mit unseren Absichten. Wir sind in dieses Leben inkarniert um das Weben, das Träumen, das Kreieren zu lernen. Für eine neue Zukunft. In der die Menschen alle gleichwertig zusammenleben. Inder wir die Natur nicht mehr ausbeuten. Inder der wir und denen die nach uns kommen ohne Angst und Furcht leben können.

Das ist der Grund warum die Mayas die Kakaozeremonien für die Welt freigegeben haben.

Missbrauch der Kakaozeremonie:
Mir erscheint es noch wichtig diesbezüglich ein paar Worte an die LeserInnen zu schreiben. Wie mit allem und auch unaufhaltsam – missbraucht und beutet der westliche Mensch alles aus, was ihm unter die Finger kommt gnadenlos aus.

Auch beim Kakao sind hier Zweige entstanden die sehr bedenklich sind. Kakao und Tantra, Kakao und Yoga, Kakao und ekstatischer Tanz, Kakao und Extase, Kakao und Konzert. Der westliche Mensch hört etwas, sieht etwas, nimmt an einer Zeremonie teil und denkt er versteht dies und er kann diese Kräfte leiten. Mitnichten!

Rohkakao in hohen Dosen einzunehmen hat nichts mit einer traditionellen schamanischen Zeremonie zu tun. Das ist ein typisches Verhalten unserer spirituellen Konsumgesellschaft – psychoaktive Erfahrungen um jeden Preis. Das da schon mal jemand mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus landen kann, dass latente Psychosen aktiv werden können, dass Kreislaufkollapse geschehen – all dies wissen die meisten nicht. Es gibt wichtige Indikationen wo kein Kakao eingenommen werden darf.

Zudem hat der Rohkakao nicht viel mit einem für schamanische Zeremonien angepflanzter und zubereiteter Paste zu tun. Dafür wird eine spezielle Sorte verwendet, die Bäume wachsen wild, werden mit Ritualen und Gebeten und Gesängen gepflegt. Auch die Zubereitung der Paste erfolgt in einem schamanischem Kontext.

Darum schaut gut hin. Einfach mal ausprobieren irgendwo ist keine gute Entscheidung. Achtet auf die Hintergründe, den Kontext. Die Ausbildung der begleitenden Person. Und natürlich auch die Erfahrung die dahinter steht.

Dann ist die Teilnahme an einer Kakaozeremonie und die Verbindung mit den spirituellen Kräften eine tiefwirksame und stabile Verbindung mit den eigenen Herzenskräften.